Was der Körper tun kann

Was Wissenschaft über Autophagie, Clearance und Regeneration weiß - und was Post-Vac-Betroffenen helfen kann.

Was der Körper tun kann
Photo by Seiya Maeda / Unsplash

Richtig erinnern · Folge 2: Was wir tun können

Wenn der Handwerker länger bleibt als erwartet — was hilft dann, aufzuräumen?

Im ersten Teil haben wir gezeigt, was Forscher inzwischen wissen: Das Spike-Protein bleibt in manchen Fällen länger im Körper als versprochen. Das ist keine Katastrophenmeldung. Es ist eine offene Frage — und offene Fragen verlangen nach Antworten, keine nach Panik.

Dieser Text ist für alle, die sich fragen: Gibt es etwas, das ich tun kann? Nicht aus Angst, sondern aus Vernunft.

Der Handwerker hat länger gearbeitet als geplant. Er ist jetzt weg — aber ein bisschen Staub liegt noch. Was tust du? Du lüftest. Du wischt. Du tust das, was Körper seit Jahrmillionen tun: du räumst auf. Der Körper hat Werkzeuge dafür. Manchmal braucht er ein bisschen Unterstützung.

Seit 2022 beschäftigen sich Forscher mit genau dieser Frage. Einer der meistzitierten Ansätze stammt aus einer 2023 veröffentlichten Arbeit in den Fachzeitschriften Cureus und World Journal of Cardiology: ein sogenanntes Basis-Protokoll aus drei natürlichen Substanzen, die einzeln schon lange bekannt sind.

Wichtig vorab: Keine dieser Substanzen ist ein Wundermittel. Keine ist bisher in großen klinischen Studien am Menschen bewiesen. Aber alle drei sind seit Jahrzehnten erforscht, frei erhältlich — und die Logik dahinter ist solide genug, dass sie in einer Peer-Review-Publikation steht.

Der Körper baut ständig ab, was nicht gebraucht wird.

Manchmal braucht er dabei Gesellschaft.

Substanzen in der Forschung

Nattokinase

Ein Enzym aus fermentierten Sojabohnen — das traditionelle japanische Gericht Natto. Nattokinase ist seit den 1980er Jahren als natürlicher Blutgerinnungshemmer bekannt. In Laborversuchen konnte es Spike-Proteine aufspalten.

Laborbefund (in vitro), noch keine großen Humanstudien. Nicht bei Blutverdünnern oder Gerinnungsstörungen.

Bromelain

Aus der Ananas. Bromelain ist ebenfalls eine eiweißspaltende Substanz mit entzündungshemmenden Eigenschaften. In Kombination mit NAC (N-Acetylcystein) wurde gezeigt, dass es Spike-Proteine inaktivieren kann.

Peer-reviewed veröffentlicht in Viruses (MDPI), 2021. Nicht bei Blutgerinnungsstörungen.

Curcumin

Der Wirkstoff der Kurkuma-Wurzel. Curcumin hemmt Entzündungsprozesse und blockiert nach aktuellem Forschungsstand bestimmte Bindungsstellen des Spike-Proteins. Jahrtausendelang in der ayurvedischen Medizin genutzt.

Schlechte Bioverfügbarkeit — nur mit Piperin (schwarzer Pfeffer) oder liposomaler Formulierung sinnvoll.

NAC

N-Acetylcystein — eine Form der Aminosäure Cystein. Fördert die körpereigene Glutathionproduktion, dem wichtigsten Antioxidans des Körpers. Wird seit Jahrzehnten in der Medizin eingesetzt, unter anderem bei Lungenerkrankungen.

Gut erforscht, sehr sicher. Kann Disulfidbrücken im Spike-Protein stören.

Quellen: McCullough et al., „Base Spike Detoxification“, Cureus / World Journal of Cardiology, 2023 · Khan et al., „Bromelain and Acetylcysteine (BromAc) Synergistically Inactivates SARS-CoV-2“, Viruses (MDPI), 2021

Was der Körper selbst leistet

Dazu kommt das, was der Körper ohnehin am besten kann — wenn man ihn lässt:

Schlafen. Im Tiefschlaf reinigt das sogenannte glymphatische System das Gehirn von Stoffwechselprodukten — darunter möglicherweise auch Proteinreste. Sieben bis neun Stunden, konsequent.

Fasten. Kurze Esspausen — auch nur 14 bis 16 Stunden über Nacht — aktivieren die Autophagie: den zelleigenen Reinigungsprozess. Der Körper baut dabei beschädigte Proteine ab. Das tut er sowieso. Man muss ihn nur nicht permanent unterbrechen.

Bewegen. Moderater Ausdauersport verbessert die Durchblutung und fördert entzündungshemmende Prozesse. Nicht Leistungssport — Bewegung.

Dein Körper ist kein Passagier. Er ist der Hausmeister. Er weiß, was zu tun ist. Die Frage ist nur: Lässt du ihn arbeiten — oder störst du ihn ständig mit schlechtem Schlaf, Entzündungskost und Stress?

Nattokinase und Bromelain haben blutverdünnende Eigenschaften. Wer Blutverdünner nimmt (Marcumar, Xarelto, Eliquis und ähnliche), sollte diese Substanzen nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Das ist keine Vorsichtsformel — das ist ernst gemeint.

Und was, wenn man keine Symptome hat und sich gut fühlt?

Dann ist dieser Artikel kein Alarmsignal. Er ist eine Einladung, den Körper als das zu behandeln, was er ist: ein System, das Unterstützung schätzt. Schlaf, Bewegung, echtes Essen, wenig Dauerstress. Das gilt vor und nach jeder Impfung, und ganz unabhängig von ihr.

Die Frage, ob man etwas tun will, bleibt die eigene.

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