Wer prüft die Prüfer?
Faktenchecker sollten Macht kontrollieren. Aber wer finanziert sie — und wer stellt das Zertifikat aus, ohne das sie keine Aufträge bekommen? Eine Strukturanalyse mit Quellen, die jeder nachschlagen kann.
Wer prüft die Prüfer?
Das Paul-Ehrlich-Institut ist für die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständig. Es prüft. Es bewertet. Es genehmigt.
Wer prüft das Paul-Ehrlich-Institut?
Damals: Schwurbelei
Wer fragte, wie die Sicherheitsüberwachung der Corona-Impfstoffe organisiert sei und ob das PEI ausreichend personell ausgestattet sei — galt als impffeindlich.
Wer auf Diskrepanzen zwischen gemeldeten Nebenwirkungen und veröffentlichten PEI-Berichten hinwies — galt als Daten-Manipulator.
Heute: Was die Dokumente zeigen
Tom Lausen, Bundestag-Sachverständigengutachten: Der Statistiker Tom Lausen legte dem Bundestag ein Sachverständigengutachten vor, das Auffälligkeiten in den Meldestatistiken des PEI analysierte. Er identifizierte Diskrepanzen zwischen Rohdaten und veröffentlichten Auswertungen sowie Methodenfragen bei der Berechnung des Hintergrundrisikos. Das Gutachten ist als Bundestagsdrucksache öffentlich zugänglich.
PEI-Sicherheitsberichte: Das PEI veröffentlichte reguläre Sicherheitsberichte zu gemeldeten Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen. Diese Berichte sind öffentlich. Die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle pro Altersgruppe und Impfstoff ist darin aufgeführt.
VAERS-Vergleich (USA): Das amerikanische Pendant zum deutschen Meldesystem (VAERS) zeigt nach Angaben der CDC für die Corona-Impfstoffe eine höhere Melderate schwerer Ereignisse als für frühere Impfstoffe in vergleichbaren Zeiträumen. Das CDC hat diese Daten veröffentlicht und interpretiert sie als Zeichen hoher Aufmerksamkeit — nicht zwingend als Zeichen höherer tatsächlicher Häufigkeit.
Was Lausen kritisierte: Lausen bezeichnete in einem Interview die Arbeitsweise des PEI in bestimmten Auswertungen als "schwere Dienstverfehlung". Diese Einschätzung ist umstritten — aber sie ist als Sachverständigenaussage Teil des parlamentarischen Protokolls.
Die Struktur der Aufsicht
Das PEI untersteht dem Bundesgesundheitsministerium. Es ist also einer Behörde gegenüber verantwortlich, die gleichzeitig politisches Interesse an der Impfkampagne hatte.
Das ist keine Anschuldigung. Es ist eine strukturelle Beobachtung. Und sie erklärt, warum unabhängige Überprüfung — durch Wissenschaftler wie Lausen, durch parlamentarische Anfragen, durch IFG-Klagen — nicht Misstrauen ist, sondern Systemhygiene.
Hoffnung
Prüfung von Prüfern ist keine Feindschaft gegenüber Institutionen. Es ist das Gegenteil: der Beweis, dass man sie ernst nimmt.
Ein PEI, das Kritik aushält und beantwortet, ist stärker als eines, das sie abwehrt.